• Sponsoren & Partner

  • smoost

  • USV Facebook

  • Ausrüstungspartner

  • USV Shop

  • Qino Quadrat

  • USV YouTube

  • Mrowietz: „Bei uns steckt die Krise im Kopf“

    Von Steven Sticken | 8. Dezember 2008

    USV Potsdam verliert zuhause gegen BG Schwedt mit 70:72

    1228759789.jpg

    Wer derzeit erfolgreichen USV-Basketball sehen möchte, ist beim Landesliga-Team von Coach Sebastian Müller an der richtigen Adresse. Die „Zweite“ konnte am vergangenen Sonntag ihre beiden Pflichtaufgaben, gegen den BV Ludwigsfelde (87:66) und den RSV aus Neuruppin (72:64), mit Bravour lösen und steht mit nun vier Siegen in Folge als „Herbstmeister“ an der Tabellenspitze.

    Ganz anders präsentiert sich die schon seit zwei Monaten kriselnde Oberliga-Mannschaft von USV-Trainer Bernd Mrowietz, die auch im fünften Anlauf am Sonnabend weiterhin auf einen Sieg in der Liga wartet. Mit 70:72 (30:35) musste sich die Potsdamer Truppe, dem BG-Team von Uwe Schreiber die einen starken Schlussspurt mit zwei verwandelten Drei-Punkte-Würfen hinlegten, doch noch geschlagen geben.

    Nachdem der USV nach Wochen endlich wieder komplett trainieren konnte und auch keine kurzfristigen Ausfälle vor dem Spiel gegen Schwedt verkraften musste, schienen die Voraussetzungen gegeben, um endlich die Negativserie von vier Niederlagen zu durchbrechen. „Doch leider war das einzige wirkliche Highlight an diesem Tag, die Gratis-Schokoküsse, die es zum Nikolaus für jeden Zuschauer gab“, meinte ein reichlich bedienter USV-Coach, mit einer ordentlichen Portion Sarkasmus, nach der Partie.

    Von der ersten Spielminute an spielte die Mannschaft wie gehemmt, ja schon fast ängstlich. Schwedt zog aus den statischen Angriffen der Potsdamer ein ums andere mal Kapital und punktete oft unbedrängt durch Fastbreaks. Nach zehn gespielten Minuten stand aber lediglich ein mageres 9:9 auf der Golmer Anzeigetafel. Den Start in das zweite Viertel verschlief das USV-Team und es trat das ein, wovor sich wohl fast alle Potsdamer Spieler „fürchteten“: Gegen Schwedt zu Hause in Rückstand zu geraten (11:20, 13. Minute). Die Oderstädter machten weiter Druck und behaupteten ihre Neun-Punkte-Führung bis zur 18. Minute (21:30), ehe Potsdam durch mehr Konzentration in der Offensive auf fünf Zähler, zum 30:35-Halbzeitstand, verkürzen konnte.

    1228759838.jpg

    In der Halbzeitpause betraten dann die Jungen und Mädchen der „Junior Rokkaz“, vom Potsdamer Tanzverein „Die Linksfüßer“ das Parkett und begeisterten, mit ihren choreographisch anspruchsvollen Tanzeinlagen, die knapp 100 Zuschauer. Der Golmer Auftritt mit der gezeigten „Street-Dance-Performance“, bildete die Generalprobe für den Deutschlandcup, mit dem die 8-12-Jährigen am 13. und 14. Dezember in Essen antreten wollen.

    Nach diesem Pausenhighlight mussten dann die beiden Hauptdarsteller an diesem Abend wieder aufs Feld. Der USV erwischte aber nur einen recht mäßigen Start in die zweite Halbzeit (37:42, 23.) und konnte bis dato nicht verkürzen. Potsdam baute aber dann mehr Druck in der Verteidigung auf, was auch zu den gewünschten Fehlern bei den Gästen führte. Die bis dahin fehlende Gefahr durch Distanzwürfe, die ein wirksames Mittel gegen eine sich einigelnde Zonenverteidigung darstellen, strahlte dann plötzlich USV-Guard Hans-Christian Kober, durch zwei verwandelte Dreipunktwürfe aus. Potsdam verkürzte (43:45, 25.) und ging zwei Minuten später sogar mit 50:49 in Führung (27.). Aber das letzte Wort hatten in diesem Abschnitt wieder einmal die Schwedter Gäste, die mit der erneuten Viertel-Führung (55:57) auftrumpfen konnten.

    1228759809.jpg

    Nun war es eine Partie auf Augenhöhe. Potsdam blieb druckvoll in der Defense, doch Schwedt konterte immer wieder durch Schnellangriffe. Symptomatisch war jedoch auch in dieser Phase des Spiels, dass der USV in eigener Halle nicht „mit breiter Brust“ aufspielte und den Abschluss zum Korb suchte, sondern dass immer wieder zu viele Extrapässe, trotz guter Wurfoptionen, gespielt wurden. Dies hinderte Potsdam daran, aus den zahlreichen eigenen Ballgewinnen, Zählbares in Form von Punkten zustande zu bringen. Trotzdem führten die Havelstädter noch bis Sekunden vor Spielende mit 70:66 (39.), ehe ihnen die Schwedter Distanzschützen Jan Grimmer und Benjamin Flemming, mit zwei erfolgreichen Dreiern, den schon greifbaren Heimsieg, doch noch entreißen konnten. „Wenn ich ehrlich bin, hätte ich nicht mehr damit gerechnet, dass wir diese Partie hier noch gewinnen können aber letztendlich war das Wurfglück heute auf unserer Seite“, sagte der Schwedter Topscorer Tom Lindemann (25 Punkte, 11/12 von der Freiwurflinie), der zwei Minuten vor Spielende durch sein fünftes Foul noch enttäuscht vom Platz gehen musste.

    Am Ende waren es wieder viele kleine und auch einige größere Situationen, wie Rebounds am eigenen Brett, die nach langem hin und her in den Händen der Gäste landeten, das fünfte Foul des besten USV-Schützen H.-C. Kober (11 Punkte), viel Wurfpech im Angriff und eine oft zu nachlässige Verteidigungsarbeit, die den Gästen zu einfache Würfe ermöglichten und die dem USV Potsdam den Sieg kosteten. Bester Akteur auf Seiten der Gastgeber war, neben einem endlich wieder in Form kommenden Christian Berlin (8 Punkte), der 30-jährige Sascha Prentzel mit einer guten Partie und 11 Punkten, 12 Rebounds und 6 Steals.

    „Man sieht meiner Mannschaft das fehlende Selbstbewusstsein förmlich an. Bei den Jungs ist die Krise im Kopf. Nicht einmal ein Profi steckt vier Niederlagen in Folge einfach so weg“, fasst Trainer Mrowietz die momentane Situation zusammen. „Wir sind mit unserer jetzigen Tabellensituation weit weg von dem, was wir uns vorgenommen haben. Dass es diese Saison aus bekannten Gründen nicht leicht wird war mir klar, aber dass wir so ins Straucheln geraten, ist wirklich bitter.“ Doch Mrowietz findet auch positive Worte und betont, dass dies keineswegs „Durchhalteparolen“ sein sollen. „Wir müssen uns unser Selbstbewusstsein zurückholen. Das geht nur über hartes Training und eine positive Einstellung.“ Bereits am kommenden Sonnabend hat die erste Garde des USV dann die Möglichkeit in Lauchhammer, die Negativserie zu beenden und wieder nach oben zu schauen. Bei einer erneuten Niederlage dürfte das anvisierte Ziel, um den Aufstieg mitzuspielen, wohl ernsthaft in Gefahr geraten, obwohl sowohl nach oben und nach unten in der Tabelle noch alles möglich scheint.

    USV-Stats:
    Prentzel (11 Punkte, 12 Rebounds), Kober (11, 3-3 Dreier), Fimpel, B. (8, 6 Rebounds), Marquardt (8, 10 Rebounds), Berlin (8), Voß (8), Koch (6), Isensee (5), Will (4), Barthel, Klawohn

    Category Herren I | Kein Kommentar »

    Home

    Kommentare